Prof. Dr. Heiko Kleve & Nils Fischer: Privatisierung der Bildung – Problem oder Lösung in Deutschland

In diesem Workshop wollen wir uns mit der Frage befassen, ob private Bildungsanbieter (Schulen, Hochschulen oder andere Formate) flexibler und innovativer auf gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen reagieren können. Hierzu werden wir sowohl eine sozialhistorische und aktuelle Perspektive einnehmen als auch eine kreative Reflexion mit Hilfe einer systemischen Erkundungsaufstellung durchführen. Das Ziel ist, die Möglichkeiten und Grenzen von privater Bildung im KI-Zeitalter zu diskutieren, zu erfahren und hinsichtlich zukünftiger Potentiale zu bewerten.

Workshops

Vordenker:innen, Forscher:innen und Gestalter:innen leiten Workshops an, in denen die Zukunft von Bildung, Forschung und Gesellschaft neu verhandelt wird. Witten-typische Workshops werden von Expert:innen aus den Reihen der UW/H angeboten.

Max Senges: "KI zur Potentialentfaltung - Digitale Bildung als Resonanzraum"

Wie können digitale Technologien und Künstliche Intelligenz nicht nur Prozesse automatisieren, sondern Menschen wirklich stärken? In diesem Workshop denken wir KI als Werkzeug für individuelles und kollektives Lernen, für selbstwirksames Handeln, für gerechte Teilhabe. Inspiriert vom Leitbild der humanistischen KI (SSRN Artikel hier) diskutieren wir, wie Plattformen gestaltet sein müssen, um Selbstermächtigung zu fördern und wie digitale Bildungsräume zu Orten werden, an denen Potenzialentfaltung, Resonanz und soziale Innovation möglich werden.

 

Zu unserem Artikel: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=5501838

Ulf-Daniel Ehlers: „Hochschule mit Zukunft: Zwischen Lebenskunst, Gesellschaftsgestaltung und Exzellenz“

Der Workshop lädt zur gemeinsamen Reflexion und Diskussion über die zukünftige Positionierung von Hochschulen ein – als Orte gesellschaftlicher Gestaltung, persönlicher Entwicklung und wissenschaftlicher Exzellenz. Im Zentrum stehen Visionen einer Hochschulbildung, die Freiheit, Verantwortung und Zukunftskompetenzen in Einklang bringt.

Wir werden gemeinsam mit den Teilnehmenden diskutieren:

  • Was ist die Zukunft menschlicher Kompetenz im Zeitalter Künstlicher Intelligenz?

  • Was bedeutet „Bildung“ jenseits von Verwertungslogiken?

  • ⁠Was müssen zukünftige Absolvent:innen können, wissen und sein, um Gesellschaft aktiv zu gestalten?

Ein besonderer Schwerpunkt soll dabei auf der Sicht der Studierenden liegen – also auf dem Verständnis, wie Hochschulen der Zukunft aus Studierendensicht aussehen und wirken können.

Hartwin Maas: Demokratische Bildung im Wandel der Generationen

Im Workshop verbinden wir Bildung für demokratische Partizipation mit Zukunftsmethoden: Futures Thinking hilft, mögliche Zukünfte systematisch zu erkunden, während die Generationenperspektive sichtbar macht, wie unterschiedliche Generationen Politik, Beteiligung und Zugehörigkeit erleben – und welche Spannungen (und Chancen) daraus für Bildungsräume entstehen. Der Workshop verbindet Impulse aus Forschung und Praxis mit interaktivem Austausch – mit dem Ziel, umsetzbare Ideen und nächste Schritte für die eigene Arbeit mitzunehmen.

Manuel Dolderer & Studierende der Transformationskohorte: Warum die Universität der Zukunft Hörsäle durch Werkstätten ersetzt

Wenn Wissen in Sekunden verfügbar ist und KI kognitive Routinearbeit übernimmt – was ist dann die Aufgabe einer Universität? Und was müssen Absolvent:innen können, wissen und sein, um eine Welt mitzugestalten, die sich schneller verändert als jeder Lehrplan?

In diesem zweiteiligen Workshop suchen wir die Antworten nicht auf dem Podium, sondern im Raum. Im ersten Teil arbeiten die Teilnehmenden in einer Zukunftswerkstatt an zentralen Leitfragen zur Universität von morgen: Was hat euch im Studium wirklich geprägt – und was hat gefehlt? Welche Fähigkeiten braucht die nächste Generation, die kein Curriculum vermitteln kann? Wo muss sich Hochschule grundlegend neu erfinden, wo ihre Stärken bewahren?

Im zweiten Teil stellt Manuel Dolderer gemeinsam mit Studierenden vor, wie die Fakultät für Wirtschaft und Gesellschaft diese Fragen aktuell konkret bearbeitet: mit der Wittener Didaktik 2.0 – einer Arbeitsversion für projektbasiertes, selbstgesteuertes Lernen an realen gesellschaftlichen Herausforderungen. Wir zeigen, wo wir stehen, und spiegeln zurück, welche Ideen aus der Werkstatt anschlussfähig sind.

Zum Abschluss entwickeln wir gemeinsam konkrete Formate, in denen sich Teilnehmende – als Alumni, als Praxispartner:innen oder als kritische Begleiter:innen – in den laufenden Transformationsprozess einbringen und mit Studierenden zusammenarbeiten können.

Marion King: Unsere Welt ist in Aufruhr. Unsere Arbeitswelt leider nicht.

Selbst in wilden Zeiten wie diesen versuchen wir unsere Zusammenarbeit nach einer Idee zu managen, die über 100 Jahre alt ist. Das ist ziemlich verrückt. Noch viel verrückter ist, dass wir alle diese »alte Arbeit« einfach mitmachen – obwohl sie uns nicht wirklich glücklich oder zufrieden macht.

Wenn wir wollen, dass Arbeit besser wird – gemeinsamer, leichter, sinnvoller, gesünder, gerechter, angemessener, nachhaltiger und vielleicht sogar freudvoller, müssen wir uns auf den Weg machen.

Und zwar wir alle.

Weil WIR ALLE (zusammen) die Arbeit sind – nicht »die Anderen« oder »die da oben«.

Wie ein neues, ein gutes Arbeiten und Verändern gehen könnte, darum soll es in diesem Workshop gehen. Wir sprechen über Konzepte und Praxisbeispiele, aber vor allem über eigene Erfahrungen und Ideen dazu.

In erster Linie soll es dabei um die eigene Selbstwirksamkeit gehen.

Der Workshop soll eine Ermutigung sein. Fürs Selberdenken und Selbermachen.

Trump ist die passende Figur in einem Land, das die Sieger lobt und die Verlierer verachtet. Dass er seinen eigenen unsäglichen Stil mitbringt, ist allen egal, die auf ihn hofften, ihre eigene Ohnmacht in eine Form von Teilhabe an ostentativer Macht zu verwandeln. Seine Präsidentschaft markiert zugleich eine politökonomische Zäsur: Die USA, lange Architektin einer regelbasierten liberalen Weltwirtschaftsordnung, beginnen diese Ordnung selektiv zu suspendieren und durch eine Praxis personalisierter deals zu ersetzen.

Das Mantra des Präsidenten lautet dealmaking: „das Maximale in Verhandlungen herauszuholen“ – nicht im Sinne gegenseitiger Vorteilhaftigkeit, sondern als Nullsummenspiel, in dem der eigene Gewinn aus der Niederlage des Anderen gespeist wird. Diese Logik wird nicht auf Immobiliengeschäfte und mediale Inszenierungen beschränkt, sondern zum Leitmotiv der amerikanischen Außen‑ und Handelspolitik erhoben. Die Handelsbilanz wird in einer Mischung aus ökonomischem Missverständnis und politischer Absicht zum Beweis eines angeblichen ‚Ausbeutungsverhältnisses‘ umgedeutet, das durch Strafzölle, Sanktionsdrohungen und erzwungene Zusatzabkommen „korrigiert“ werden soll.

Es sind alles Zeichen einer neuen politischen Ökonomie: wie sich klassische Kategorien von Macht, Gewalt und Einfluss verschieben, wenn Zölle, Sanktionen und Regulierungen zu Instrumenten einer autoritären Hegemonie werden, die außenpolitische Tribute, innenpolitische Korruption und digitale Steuerungstechniken miteinander verknüpft. Es handelt sich nicht um eine bloße Abweichung vom neoliberalen Mainstream, sondern um die Herausbildung eines ‚autoritären Kapitalismus‘, der globale Interdependenzen bewusst als Waffe nutzt, um eine oligarchische Binnenordnung zu stabilisieren.

Birger P. Priddat: Trumps neue politische Ökonomie

Jan Hinrik Drevs: My little big story

In diesem Praxis-Seminar entdecken, entwickeln und erzählen die Teilnehmenden eigene Geschichten. Wahre Geschichten - keine Fiktion- , die aus Erinnerungen an persönlichen Erlebnisseentstehen und in dem Seminar geformt werden. Es geht um klassisches Storytelling und die ursprünglichste Form des Teilens von Geschichten - dem Erzählen von Mensch zu Mensch.

Wie finde ich das Herz meiner Geschichte? Wie erreiche ich andere mit meinen Worten? Und was geschieht, wenn ich mich traue, persönliche Erlebnisse öffentlich zu erzählen?

In diesem Kurs wollen wir vor allem persönliche Erfahrungen reflektieren, die uns während der Zeit an der Uni Witten besonders geprägt haben und die Einfluss auf unsere spätere Entwicklung genoommen haben. Wir wollen daran arbeiten, sie erzählerisch zu strukturieren und verstehen, wie sie auf eine lebendige, unterhaltsame Weise vorgetragen werden können. Eine Übung in Authentizität und Präsenz – Fähigkeiten, die in allen Lebensbereichen von großem Wert sind: in persönlichen Beziehungen, in der Führung und in der professionellen Kommunikation.

Der Kurs besteht aus dem gegenseitigen Kennenlernen, spielerischen rhetorischen Übungen und einem Einblick in Erzähltheorie, die interaktiv mit dem Ausbau der eigenen Geschichten einher gehen.

Als Abschluss werden wir uns diese Geschichten im kleinen (evtl. auch größeren Kreis) erzählen.

Thomas Clauß & Hanne Wortmeyer: Startup-Creation-Lab: Brückenschlag zwischen Theorie, Praxis und Alumni-Expertise

Slot 1: Status Quo & Pitch-Arena In der ersten Hälfte geben wir einen Einblick in die aktuelle Gründungslandschaft der UW/H. Studierende aus verschiedenen Fachbereichen pitchen ihre aktuellen oder angehenden Geschäftsideen. Ziel ist ein offener Austausch, bei dem die Alumni direktes Feedback zu den Visionen der nächsten Generation geben können.

Slot 2: Analyse & Future Strategy – Gründergeist in Witten stärken Der zweite Teil widmet sich der Frage, wie wir das unternehmerische Ökosystem in Witten nachhaltig weiterentwickeln können. Gemeinsam mit den Alumni wollen wir eine kritische Bestandsaufnahme machen und Lösungen erarbeiten:

  • Infrastruktur & Vernetzung: Welche physischen und digitalen Räume braucht es an der UW/H, um Synergien zwischen Gründern zu schaffen?

  • Kultureller Wandel: Wie lässt sich die Gründerkultur innerhalb der Universität stärken, um Unternehmertum fest im studentischen Alltag zu verankern?

  • Alumni als Katalysatoren: Wie können Alumni über Mentoring und Know-how-Transfer gezielt dazu beitragen, die UW/H wieder als Leuchtturm für innovative Gründungen zu positionieren?

Silke Schwarz: Zwischen Bildschirm und Selbstbestimmung – Digitale Medien bewusst nutzen

Digitale Medien prägen unseren Alltag – beruflich wie privat. Doch wie wirken sich permanente Erreichbarkeit, Bildschirmzeit und digitale Beschleunigung eigentlich auf Gesundheit, Konzentration und Beziehungen aus?

In diesem interaktiven Workshop werfen wir zunächst einen Blick auf den aktuellen Stand der Forschung zu digitaler Mediennutzung, Stress, Schlaf und mentaler Gesundheit. Anschließend reflektieren die Teilnehmenden ihre eigenen Gewohnheiten: Wie oft greifen wir zum Smartphone? Welche Situationen empfinden wir als besonders belastend oder unruhig?

Mithilfe von Moderationskarten sammeln die Teilnehmenden persönliche Beobachtungen und Ideen für eine gesunde digitale Medienkultur im Alltag – von kleinen Ritualen der Medienhygiene bis hin zu konkreten Digital-Detox-Impulsen.

Im zweiten Teil des Workshops werden diese Erkenntnisse in praktische Schritte übersetzt. Die Teilnehmenden entwickeln einen persönlichen Medienhygiene-Wochenplan und überlegen, wie digitale Räume und Zeiten bewusster gestaltet werden können: Wann möchte ich erreichbar sein – und wann nicht? Welche analogen Inseln im Alltag tun mir gut? Wo kann ich mein Smartphone bewusst aus der Hand legen?

Am Ende entsteht eine individuelle Vorlage für eine gesunde digitale Balance, die sich im Alltag erproben und weiterentwickeln lässt.